Blick auf die Fassade: Pressehaus Bayerstraße

Pressehaus Bayerstraße Sitze der Redaktionen Münchner Merkur und tz

Das Beste am Pressehaus Bayerstraße ist ganz klar seine superzentrale Lage. Nicht mehr als eine Trambahnstation vom Hauptbahnhof entfernt, ermöglicht es auch unseren Kolleginnen und Kollegen, die aus dem Umland mit der Bahn kommen, einen vergleichsweise flotten Weg zur Arbeit. Fast schon ein bisschen gefährlich fürs eigene Portemonnaie hingegen ist die Nähe des Pressehauses zu den großen Kaufhäusern der City. So kann ein jeder von uns über den einen oder anderen Impulskauf nach der Arbeit am Stachus oder in der Kaufinger Straße berichten…

Was wir dagegen viel zu selten tun, ist der Architektur des Gebäudes, das heute viele hundert moderne Arbeitsplätze beherbergt, einen Moment der Aufmerksamkeit zu schenken. Schließlich steht das Pressehaus schon seit über 110 Jahren an dieser Stelle, und die Menschen, die damals aus den Fenstern schauten, haben ihre Mitbürger noch in Pferdekutschen vorbeifahren sehen.

In sanfter Überhöhung des heutigen Marketingsprechs würde man wohl sagen, unser Münchner Hauptgebäude wurde von einem Stararchitekten errichtet. Denn der Erbauer unseres Pressehauses Martin Dülfer, (1859-1942) gilt neben Richard Riemerschmid als der Wegbereiter des Jugendstils in der Architektur. Von München gingen damals die wesentlichen Impulse dieser Stilrichtung aus. Dülfers Bauten umfassten herrschaftliche Villen und Bürgerhäuser sowie mehrere bemerkenswerte Theaterbauten, so z.B. auch das Stadttheater in Meran.

Unser Pressehaus in der Bayerstraße wurde ursprünglich für die “Allgemeine Zeitung“ errichtet. Es wurde im Jahr 1901 fertiggestellt und gehört zu den ersten wichtigen Jugendstilbauten Dülfers in München. Es zählt zu den prägnantesten Beispielen dieser Architektur.

Also, das nächste Mal kurz vom Smartphone hochschauen und die denkmalgeschützte Fassade würdigen. Hinter solch (jugend-)stilvollen Mauern arbeitet schließlich nicht jeder in der Stadt.