Blick durchs Schlüsselloch

Kein Tag ist wie der andere. Das macht das Arbeiten für die Tageszeitung so reizvoll und gleichzeitig herausfordernd. Denn jeden Tag sind wir neu gefordert, uns die Gunst unserer Leser mit einer neuen Ausgabe des Merkur zu erarbeiten – mit fundierter Berichterstattung, mit pointierten Kommentaren zur Einordnung des Tagesgeschehens, mit abwechslungsreichen Lesegeschichten und natürlich jeder Menge Service-Rubriken.
6 Uhr

Die Online-Redaktion nimmt ihren Dienst auf. Was ist los in der Welt und vor Ort? Die Mitarbeiter aus dem Frühdienst, im Bild Martina Lippl, überprüfen die aktuellen Ereignisse, die ersten frischen Nachrichten erscheinen auf unseren Online-Portalen. Ganz wichtig: eine Tasse starker Kaffee!

8 Uhr

Münchner Merkur Empfang Foto Marcus SchlafUnsere Anzeigenabteilungen und der Vertrieb beginnen mit der Entgegennahme der Anzeigen für den kommenden Tag, zum Beispiel Johanna Zeitler am Empfang Service-Point in unserem Pressehaus. Um 9 Uhr ist der Anzeigenschluss für die größeren Anzeigen, die in der Zeitung verteilt werden. Um 16 Uhr endet die Frist für Traueranzeigen

9 Uhr

Münchner Merkur Redaktion Foto Marcus SchlafIn den Redaktionen des Münchner Merkur treffen die Redakteure ein. Sie sichten die Nachrichtenlage, checken ihre E-Mails und Post und besprechen mit den freien Mitarbeitern, welche Themen anstehen. Sie stimmen Termine ab und diskutieren innerhalb der Ressorts, wie wichtig die eine oder andere Geschichte ist. Im Bild sind die beiden Volontäre Regina Mittermeier und Josef Ametsbichler zu sehen, sie sitzen im Bayern-Teil.

10.15 Uhr

Münchner Merkur Redaktion Foto Marcus SchlafGroße Konferenz: Die Ressortleiter sprechen die Inhalte untereinander und mit dem Chefredakteur Georg Anastasiadis, der am Tischende sitzt, ab. Jeder sagt, was am nächsten Tag auf seinen Seiten zu lesen sein wird. Gemeinsam wird abgewogen: Welche Themen werden kommentiert? Welches ist das seitentragende Foto? Nach der Besprechung kehren die Ressortleiter zu ihren Mitarbeitern zurück – von denen schwärmen manche jetzt mit einem neuen Auftrag aus der Konferenz aus, andere recherchieren an der Geschichte weiter, die sie dem Ressortleiter bereits morgens angekündigt haben.
Die Redakteure in den Außenredaktionen bestellen oft zu diesem Zeitpunkt auch schon den Platzbedarf für den nächsten Tag. Um 10.45 Uhr treffen sich die Leiter unserer Heimatzeitungen in einer Telefonkonferenz. Die Chefredaktion in München, verantwortlich für den überregionalen Teil, stimmt sich so mit allen Außenredaktionen ab. Die wichtigsten Themen werden auch im überregionalen Teil, vornehmlich in „Bayern & Region“, berücksichtigt.

11 Uhr

Münchner Merkur Recherche Foto Marcus SchlafIm Lauf des Tages müssen Geschichten recherchiert werden, die oft am nächsten Tag schon in der Zeitung erscheinen. Manche Informationen holen die Redakteure am Telefon ein, andere vor Ort – wie hier Volontärin Regina Mittermeier, die einen Polizisten zum großen Blitz-Marathon in Bayern befragt. Sobald sie alles im Block hat, kehrt sie zurück in die Redaktion. Sie berichtet dem Ressortleiter, wie sich ihre Geschichte entwickelt hat – entsprechend bekommt sie Platz. Der Fotograf, der sie zu dem Termin begleitet, bearbeitet die Bilder und stellt sie ins Redaktionssystem. Die Ressortleiter treffen sich am Nachmittag noch einmal: Um 14.30 Uhr bespricht die Runde, wie sich die Themen, die am Vormittag auf der Agenda waren, entwickelt haben. Nicht selten passiert es, dass jetzt noch einmal die ganze Zeitung umgeplant werden muss. Oder noch später.

19 Uhr

Münchner Merkur Druckhaus Foto Marcus SchlafJetzt muss eine erste Version der Zeitung fertig sein – für die ePaper- Ausgaben. Vorher werden die Seiten vom Chefredakteur (Mitte), von den Kollegen und vom Korrektorat gelesen. Die Redakteure Mike Schier (Leiter Politikressort) und Manuela Dollinger (Wirtschaft) diskutieren über Layout und Überschriften. Seit ca. 16 Uhr sind die Kollegen vom Spätdienst in der Politik- und Sportredaktion, sie helfen bei der aktuellen Produktion mit und bleiben bis mindestens 23 Uhr. Falls nötig, aktualisieren sie die Seiten. Die Zeiten, bis wann Aktuelles noch Platz findet, variieren. Bei wichtigen Ereignissen ist bis 1 Uhr Zeit, wenn alle Leser im gesamten Verbreitungsgebiet erreicht werden sollen, bis 23 Uhr.

20 Uhr

In den Druckhäusern geht es jetzt richtig los. Der Münchner Merkur und seine Lokalausgaben entstehen in zwei Druckhäusern. Eines befindet sich an der Dessauerstraße in München, das andere in Penzberg – dort sind auch die Bilder entstanden.

Münchner Merkur Druckhaus Foto Marcus SchlafAuf riesigen Rollen steht das Zeitungspapier bereit. Die Drucker legen die Platten in die Maschinen – dann wird die Zeitung gedruckt.

Münchner Merkur Druckhaus Foto Marcus SchlafEine echte Herausforderung ist die sogenannte Versandstraße. Dort werden die Beilagen eingelegt – in die gedruckte Zeitung. Anschließend werden die Zeitungspakete für die Zusteller geschnürt. Je nach Anzahl der Beilagen kann das ganz schön lange dauern. Unter der Woche müssen etwa 180 000 Zeitungsexemplare durch die Versandstraßen in den Druckereien, am Wochenende sind es mehr als 200 000.

2.30 Uhr

Münchner Merkur Druckhaus Foto Marcus SchlafWenn alles gut geht, verlassen um die Uhrzeit die letzten von insgesamt etwa 200 Zustell-Fahrzeugen die Höfe in den Druckhäusern, die ersten Ausgaben sind da schon unterwegs und zum Teil schon ausgeliefert – zum Beispiel ins Ausland. Etwa 4500 Austräger sind in den frühen Morgenstunden damit beschäftigt, die Zeitungen in München und Oberbayern rechtzeitig zu ihren Lesern zu bringen. Wir haben einen Zusteller begleitet – was Peter Bruder, 85, auf seiner täglichen Runde erlebt, lesen Sie auf Seite 90. Um 3 Uhr erreichen die ersten Zeitungen ihre Leser. Spätestens um 6 Uhr liegen im Merkur-Land alle Zeitungen auf den Frühstückstischen zum Lesen bereit. In der Druckerei werden die letzten Maschinen gereinigt und für den neuen Arbeitsabend vorbereitet.
Und alles geht von vorne los.

Alle Fotos: Marcus Schlaf